Kino, Kirche, Apotheke – alles auf 4 Rädern

Drive-Ins und Fortbewegung in den USA

Meine Familie lebt nun schon seit 14 Monaten in den USA. Genauer gesagt, im Nordosten der USA, im Staat New York. New York ist nämlich nicht nur die berühmte Großstadt, sondern auch der Name eines der 50 Staaten der USA.

Das Leben und der Alltag hier unterscheidet sich in manchen Dingen ziemlich von dem Leben, das ich aus Köln kannte. Nicht nur beim Essen oder so.

Ein Beispiel: Wie kommt man von A nach B?

In Köln hat ja jedes Kind ein Fahrrad. Das benutzt man, um zur Schule zu fahren oder um Freunde zu besuchen. Es gibt auch Fahrradwege, weil viele Leute mit dem Rad fahren.

Hier gibt es keine Radwege. Wenn man unbedingt Rad fahren will, packt man die Räder hinten aufs Auto und fährt irgendwo in die Natur, wo es einen Bike-Trail gib. Das ist so was wie ein Wanderweg für Räder. Ein Fahrrad ist hier ein Sportgerät oder Spielzeug aber kein normales Verkehrsmittel. Darum haben Räder hier auch keine Schutzbleche und Gepäckträger. Oder Licht. Kinderfahrräder haben oft Stützräder, weil die Kinder erst sehr spät Rad fahren lernen. Manche lernen es gar nicht, so wie eine Schulfreundin von mir.

Zur Schule bringen einen die Eltern mit dem Auto, oder man fährt mit dem Schulbus. Meine Schwester und ich haben Glück, da wir mit dem Schulbus fahren. Wir werden morgens vor acht vor unserem Haus abgeholt, fast immer von der gleichen Fahrerin, Rita, die uns alle kennt. Zu unserer Schule sind es 12 Meilen, also etwa 20 km, und wir fahren 20 oder 25 Minuten. Der Bus ist klein und gelb, hat Platz für 18 Kinder, aber es sind meist nur 8 oder 9. Der Bus fährt direkt zu unserer Schule und hält nur unterwegs an, um andere Kinder aus unserer Schule mitzunehmen. Kurz nach 3 p.m., also15 Uhr, setzt der Bus uns wieder vor unserem Haus ab.

Es gibt hier aber nur in den ganz großen Städten normale Busse oder Bahnen. Das hab ich bisher nur in Boston, New York City oder in Philadelphia gesehen. Hier in Upstate New York gibt es zwar mehrere Städte mit 100.000 Einwohnern, aber Linienbusse gibt es fast gar nicht. Wenn dann fahren sie nur einmal die Stunde und nur auf wenigen Strecken.

Züge gibt es auch nur sehr wenige. Bei uns gibt es nur eine Strecke: Richtung Norden nach Montreal (in Kanada; doppelt so lang wie Autofahrt) oder Richtung Süden nach New York City. Der Zug ist aber sehr teuer und es gibt keine Kinderermäßigung. Fernbusse nach New York City gibt es aber. Die haben zumindest WLAN und sind nicht so teuer. ICEs gibt es gar nicht in den USA. Und wenn wir nach Boston mit dem Zug wollten, müssten wir über New York City fahren. Ein Riesenumweg. Aber es gibt eben keine Schienen direkt von hier nach Boston.

Also: Wenn man hier kein Auto hat, ist man aufgeschmissen. Man könnte nicht zum Geburtstag von Freunden, nicht zur Arbeit, oder zum Fußball, der hier „Soccer“ heißt. Wir haben deshalb jetzt zwei Autos statt einem, welches wir manchmal eine Woche nicht benutzt vor haben. Dafür dürfen hier die Jugendlichen schon mit 16 Auto fahren.

Ein Freund von mir, der mal mit seiner Familie zwei Jahre in München wohnte, hat mir erzählt, dass er es toll fand, dass er in München mit dem Rad oder dem Bus zur Schule fahren konnte. Da fühlte er sich richtig selbstständig. Als sie hierher zurückkamen, konnte er sich erst gar nicht daran gewöhnen, dass seine Eltern ihn wieder überall hinfahren mussten. Da war er wieder von ihnen abhängig.

In den USA macht man alles mit dem Auto.

Ich meine jetzt nicht nur so was wie ein Drive-In von McDonalds. Das gibt es ja sogar in Köln. Hier kam man auch Kaffee bei Starbucks vom Lenkrad aus bestellen und bekommen. Auch Apotheken gibt es zum Durchfahren mit dem Auto. Und am Bankschalter oder Geldautomaten fährt man auch im Auto sitzend vorbei. Am Anfang fand meine Mutter das komisch, aber jetzt macht sie es auch. Das liegt aber auch daran, dass es auch fast keine Fußwege gibt. Am seltsamsten ist, dass es in Albany sogar eine Kirche gibt, bei der man im Auto sitzend den Gottesdienst verfolgen kann!

Manchmal hat man hier das Gefühl man fällt richtig auf wenn man mal zu Fuß geht.

Was wir alle gut fanden, war im Sommer das Drive-In Theater. Theater nennen sie hier die Kinos. Es gibt auch in Köln ein Autokino hab ich gehört. Aber da laufen wohl keine Kinderfilme. Hier laufen meist Kinderfilme im Autokino. Man fährt zum Kassenhäuschen mit dem Auto und dann auf den großen Parkplatz vor einer riesigen Leinwand. Der Ton kommt aus dem Autoradio. Das muss man dazu auf einen bestimmten Sender einstellen. Das steht am Kassenhäuschen angeschrieben.

Man bleibt aber eigentlich nicht im Auto sitzen. Da ist der Rückspiegel im Weg, und wenn man hinten sitzt, sieht man sowieso nicht gut. Man nimmt sich, wenn man will, Gartenstühle mit oder Liegen und Decken und macht es sich neben dem Auto so richtig bequem. Nur muss man dazu auch Mückenspray mitnehmen. Manche Leute kommen auch mit so einem kleinen Lastwagen, den man Pickup nennt. Dann sitzt die ganze Familie mit Campingstühlen auf der Ladefläche um sich den Film anzusehen. Dazu muss man natürlich das Auto verkehrt herum vor die Leinwand stellen. Es steht aber extra ein Schild am Eingang, dass man nicht grillen darf, wahrscheinlich, weil man dann vor lauter Qualm nichts sehen könnte. Meine Schwester und ich saßen mal auf Kissen und Sitzsäcken im Kofferraum unseres Kombis und fanden das sehr gemütlich. Da lief „How to train your dragon 2“. Der hieß auf Deutsch „Drachenzähmen leicht gemacht 2“.

 

Das Benzin ist hier aber auch viel billiger als in Deutschland. Es wird in Gallonen verkauft. Das sind 3,8 Liter. Aber die Maßeinheiten hier, Unzen und Gallonen, Feet, Yards, Meilen, und Quarts und Pints, und Fahrenheit, das ist wieder ein eigenes Thema.

Das mit dem Autofahren war hier aber nicht immer so. Früher gab es hier mal Straßenbahn und Schienennetze, die alle völlig in Takt waren, bis dann irgendwann in den 30er Jahren die Straßenbahnen und Züge der Autoindustrie ein Dorn im Auge waren. Darauf schlossen sich viele große Autofirmen (GMC, Ford, Firestone usw.) zusammen und kauften alle Öffentlichen Verkehrsmittel auf, zerstörten die Schienennetze, ersetzen diese teilweise mit Buslinien und kauften den größten Bushersteller auf. Jetzt mussten alle Amerikaner, die vorher mit den Straßenbahnen gefahren sind, ein Auto kaufen oder mit Bussen von GMC fahren.

Siehe hier:

www.firstchurchinalbany.org/Worship31.html

During the monthly communion service (following an old Dutch tradition) a center-aisle table is used by those who like to maintain this practice. At communion gluten free bread is always available. Either all the bread is gluten free or there is a side dish on each plate.

Easter and Christmas services draw hundreds to enjoy the inspiring music and worship together in a warm and welcoming place. We have a „drive-in“ service available during the summer months.

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